Sperrfrist beim Bausparvertrag – Das sollte man wissen

Sperrfrist Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag war lange Zeit nicht nur gut geeignet für Menschen, die sich ihren Traum vom Eigenheim erfüllen wollten, sondern auch für Sparer, die Anspruch auf eine Bausparförderung hatten und das Geld für mindestens 7 Jahre festlegten. Eine sichere Rendite über 6 Prozent durch Zinsen und Prämien konnten die Sparer erwarten.

Diese Regelung gibt es nun nicht mehr. Alle Verträge, die ab dem 01.01.2009 abgeschlossen wurden, müssen das Sparguthaben mit Zulagen und Prämien auch für den Wohnungsbau oder zu Zwecken der Renovierung im privaten Wohnungsbau verwenden.

Förderungen für Bausparer

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Der deutsche Staat bezahlt die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage, wenn gewisse Vorrausetzungen erfüllt sind.

Bei Bausparverträgen fördert der Gesetzgeber den privaten Wohnungsbau durch Zulagen und Prämien. Der Staat zahlt, unter gewissen Voraussetzungen, die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage. Die Einkommensgrenze für die Arbeitnehmersparzulage liegt bei 17.900 Euro (für Ehepaare gilt das Doppelte). Bei einem maximalen Sparbetrag von 470 Euro beträgt die Zulage 9 Prozent. Ein Jahresverdienst von bis zu 25.600 Euro (für Ehepaare das Doppelte) bringt durch die Wohnungsbauprämie 8,8 Prozent des Sparbetrages.

In einem Tarifvertrag ist geregelt, ob ein Arbeitnehmer Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen beanspruchen kann, wobei mittlerweile viele Betriebe diese Leistung auch freiwillig gewähren. Die vermögenswirksamen Leistungen werden durch den Arbeitgeber auf das Konto des Anbieters überwiesen, jedoch kann der Arbeitnehmer diesen Betrag aufstocken bis auf maximal 480 Euro im Jahr und den aufzustockenden Betrag direkt an die Bausparkasse überweisen.

Sperrfristen bei vermögenswirksamen Leistungen (vL)

Bei Vertragsabschluss eines Bausparvertrages mit vermögenswirksamen Leistungen, sieht der Gesetzgeber eine gesetzliche Sperrfrist von 7 Jahren vor. Grundsätzlich ausgeschlossen ist dann der vorzeitige Abruf der Zulagen oder des Sparguthabens. Der Sparer muss also warten, bis die gesetzliche Sperrzeit abgelaufen ist.

Verträge die vor dem 01.01.2009 abgeschlossen worden sind, können bei Ausnahmen wie Erwerbsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder Tod vorzeitig beendet werden.

Für alle Verträge, die danach abgeschlossen wurden gilt, auch nach Ablauf der Sperrfrist wird die Wohnungsbauprämie nur dann gezahlt, wenn das Guthaben für Renovierungsarbeiten oder den privaten Wohnungsbau eingesetzt wird. Eine freie Verwendung ist somit nicht mehr möglich; es sei denn, der Bausparer ist jünger als 25 Jahre. Wird eine Immobilie innerhalb der Sperrfrist gekauft, kann das Geld inklusive der Zulagen und Prämien bei den alten Verträgen auch frühzeitig ausgezahlt werden, somit ist eine Rückzahlung der Förderung durch den zweckmäßigen Gebrauch des Geldes nicht notwendig.

Angespart wird eine vertraglich vereinbarte Summe zu einem festgelegten Prozentsatz. Bei Zuteilung der Bausparsumme, wird der fehlende Teil bis zur abgeschlossenen Vertragssumme als Bauspardarlehen gewährt. Somit kann der Sparer bei Zuteilung über die volle abgeschlossene Bausparsumme verfügen. Auf das Bauspardarlehen besteht ein Rechtsanspruch, der auch vererbt werden kann.

Der Bauspartarif und seine Funktion

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Der Bauspartarif regelt die Zinssätze.

Ein Bauspartarif regelt die Zinssätze (Darlehenszins und Sparzins), die Dauer der Ansparung, die Dauer der Tilgung, die Abschlussgebühr, die Regelsparbeiträge und Tilgungsbeiträge, sowie das Mindestguthaben bei Zuteilung.

Die Tarife werden in unterschiedlichen Variationen angeboten wie z.B. Langzeittarife, variable Tarife, Standardtarife und Schnellspartarife. Bei einem Standardtarif zum Beispiel, liegt die Laufzeit zwischen 18 – 20 Jahren mit einer Ansparzeit von ca. 8 Jahren.

Zuteilung

Die Freigabe der betreffenden Bausparkasse zur Auszahlung wird als Zuteilung bezeichnet. Mit Zuteilung kann sich der Sparer das Guthaben und das Darlehen (bei ausreichender Sicherheit) auszahlen lassen. In den Allgemeinen Bedingungen der Bausparverträge (ABB) sind die Zuteilungsvoraussetzungen festgelegt. Hierbei sind Unterschiede zwischen Tarifen und Bausparkassen gegeben. Zuteilungsvoraussetzungen können sein:

  • Mindestsparzeit
  • Mindestbewertungszahl
  • Mindestvertragsdauer
  • Mindestguthaben.

Über die Aussichten der Zuteilung dürfen die Bausparkassen keine Aussagen machen.

Darlehen

Das Bauspardarlehen wird bei Abschluss des Vertrages mit einem festen Zinssatz ausgestattet und kann ohne Vorfälligkeitsentschädigung(VEF) jederzeit teilweise oder ganz zurück gezahlt werden. Soweit erforderlich, wird das Bauspardarlehen nachrangig im Grundbuch abgesichert. Nicht überschreiten darf hierbei der Beleihungsauslauf 80% des Beleihungswertes. Ist eine grundpfandrechtliche Absicherung möglich, können Darlehen des außerkollektiven Bereiches bis 30.000 Euro durch Negativerklärung gesichert werden. Als Blankodarlehen auch ohne Negativerklärung können Darlehen der kollektiven Mittel gewährt werden, ebenfalls bis zu 30.000 Euro.

Je nach Tarif beträgt die Tilgung 0,2 Prozent – 0,9 Prozent der Bausparsumme monatlich. Wird ein Bauspardarlehen durch eine Risikolebensversicherung abgesichert, dessen Kosten der Bausparer zahlt, wird das Versicherungsunternehmen im Todesfall die noch offenen Beträge an die Bausparkasse zahlen. Aber auch andere Lebensversicherungen bieten die Möglichkeit, das Risiko des Todesfalles abzudecken.

Bausparvertrag und Steuererklärung

Wenn Wohnungsbauprämie beantragt wurde, vermögenswirksame Leistungen oder Riester Förderung eingeflossen sind, oder die Bausparkasse Zinsertragssteuern abgeführt hat, muss der Bausparvertrag in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Ebenso die Bauspardarlehen und Zinsaufwendungen nebst Kontoführungsgebühren und Bearbeitungsgebühren sind anzugeben. Als Anlage sollte immer der entsprechende Kontoauszug des Vertrages beigefügt werden.

Bausparkassen

Aufgrund der unterschiedlichen Tarife und Zinsen ist es empfehlenswert, sich genaue Informationen zu den Konditionen diverser Bausparkassen, wie z.B. der LBS, der Debeka oder der Wüstenrot einzuholen.